... des Apfelpflückens kam schneller als erwartet. Die
Hoffnung, dass wir schnellere Picker werden und nicht mehr 11 Std. am Tag
arbeiten müssen erlosch nachdem uns ein Franzose in der Mittagspause deutlich
machte, dass die Arbeit eine Sklavenarbeit sei und er nicht für dieses Geld
arbeiten wolle.
Als wir zurück beim Apfelpicken waren entschlossen wir uns
eine Deutsch-Französische-Revolution zu starten. Der Angriff auf den Bauern und
dessen Scheune musste am Abend nur gut durchgeplant werden. Am nächsten Tag
formierten wir uns auch schon - zu einer Zwölfergruppe - und starteten in
Richtung Scheune.
Hätten wir ein paar Fackeln und Heugabeln dabei
gehabt, wäre die Revolution bestimmt auch erfolgreich gewesen. So blieb es aber
bei einer zweiminütigen Diskussion über mehr Geld. Alles was der Apfeltyp zu
sagen hatte war: „It’s not my problem“, „I pay top dollar“, „I make one call
and get 15 new people“ ... „Let me know your decision“.
Shit happens!
Gesenkten Hauptes gingen wir zurück zu den Zelten. Naja,
wirklich Hoffnung hatten wir eh nicht gehabt, aber er sollte zumindest wissen,
dass er sche... bezahlt, denn für einen Bin, gab’s 34 Dollar und man brauchte
ca. 3 Std. um diesen zu füllen.
Jetzt war es an der Zeit die Situation erneut zu überdenken.
Die Franzosen legten fast vollständig die Arbeit nieder, blieben aber noch dort
wohnen – denn es gab ja Duschen und eine Küche – bis der Besitzer sie
rausschmiss.
Wir füllten an dem Tag der Revolution noch einen Bin und
machten uns dann auf in die Stadt zur Jobsuche. Bei einem uns bekannten Weinbauern
sind wir dann schließlich untergekommen. Der konnte uns jedoch leider keine
Unterkunft bieten, also versuchten wir so lange wie möglich legal auf unserer
Apfelfarm zu bleiben, ohne dort arbeiten zu müssen.
Als der Apfeltyp uns fragte wie es mit arbeiten aussehe,
viel Andreas spontan eine Verletzung des rechten Handgelenks ein. Somit waren
die ersten Tage noch gut rumzukriegen. Dies war natürlich nur begrenzt möglich,
also entschlossen wir uns dafür einen guten Eindruck zu hinterlassen und gingen
eines morgens zum Besitzer, um uns abzumelden.
Da unsere Arbeit auf der Weinfarm aber noch nicht zu ende
war, mussten wir uns etwas einfallen lassen, um eine Dusche zu bekommen. Also
haben wir unser Zelt gar nicht erst abgebaut sondern einfach wo anders geparkt,
so dass es nicht sonderlich auffällt.
Nur war unsere neue Aufstehzeit
jedoch 6 Uhr und erst nach 17 Uhr durften wir uns wieder auf der Apfelfarm
blicken lassen, um nicht erkannt zu werden.